Fundamente aus Beton, Arten und Verfahren

Fundamente aus Beton, Arten und Verfahren

Baustelle Fundament

 

Fundamente aus Beton, Arten und Verfahren

Fundamente aus Beton

Bauwerke müssen standfest sein und Widerstand leisten, durch alle Jahreszeiten hindurch – ob bei Wind, Regen oder Frost. Seit Tausenden von Jahren hat der Mensch gelernt, dass diese Standfestigkeit damit zu tun hat, wie gut ein Bau in dem Boden seines Standortes verankert ist. Für diese Verankerung in den Grund, baut man Fundamente heute durchgängig aus Beton. Wie diese heute beschaffen sind und was es über sie und die Arbeiten zu ihrer Errichtung im Wesentlichen zu wissen gibt, werden wir hier kurz skizzieren:

Einige grundsätzliche Feststellungen zu Betonfundamenten

Heute sind Fundamente im Bauwesen so gut wie immer aus Beton gegossen, für den Ausschachtungen, Gräben oder Löcher gegraben und dem, je nach Form und Zweck, mit Schalungen Konturen gegeben wurden. Stahlgebilde aus Stäben und gebogenen Formen, verbunden mit Draht, geben diesen gegossenen Körpern im Innern zusätzlichen Zusammenhalt wie auch Tragfähigkeit – das ist die Bewehrung. In welcher Form auch immer – diese Fundamente sollten, mit einem Kiesbett unter sich, wenigstens 80 cm tief ins umgehende Erdreich reichen, um frostsicher zu sein. Damit soll verhindert werden, dass Wasser unter dem Fundament angesammelt wird und sich bei Frost ausdehnt, was den ganzen Bau anheben oder reißen lassen könnte. Seine Dimensionen und der Aufwand an Bewehrung sind statisch errechnet, je nach der Last, die mit dem Bau darüber auf diesem Fundament ruhen soll. Die Art des Untergrunds ringsum spielt hierfür auch eine Rolle. Weicherer Grund erfordert ein stärkeres Fundament als ein felsiger Boden, der dann durch seine Beschaffenheit zur Stabilität beiträgt. Wenn der Boden sehr weich und schwammig ist, kann der nötige Aufwand so weit reichen, dass Teile des Untergrunds auszutauschen und eine Pfahlsetzung einzusetzen sind, so dass das Gebäude gewissermaßen auf Pfählen ruht, die auf einer tragfähigeren Bodenschicht darunter sitzen. Die inliegende Bewehrung im Beton muss mehr als 5 cm überdeckt bleiben, um nicht zu korrodieren.

Punktfundament und Streifenfundament

Der Aufwand beim Setzen eines Fundaments richtet sich natürlich nach der Größe und dem Gewicht des beabsichtigten Überbaus. Die kleinste Fundamentform ist ein Punktfundament, das lediglich einem Pfosten oder einer Zaunstange Halt im Boden geben soll. Sie kann mit eingestecktem Pfahlschuh oder dem Pfosten selbst auskommen und braucht dann keine Bewehrung. Ihr Volumen entspricht etwa einem vollen Eimer um den abgestützten Baukörper herum. Freilich kann es auch sehr große ‚Punktfundamente‘ geben, wenn Fernmeldemasten oder dergleichen begründet werden; hier wird es eine Bewehrung geben müssen und die Bautiefe viel tiefer sein. Bei kleineren Punktfundamenten kann die Anlage einer verdichteten Drainageschicht aus Kies oder Schotter unter dem Beton die Frostsicherheit gewährleisten. Die nächstgrößere Fundamentart ist das Streifenfundament, wie es unter Mauern angelegt wird, also durchgängig quaderförmig dem Lauf der späteren Mauer folgt. Es kann auch geschlossen werden, wenn das Ende dem Anfang zugeführt und so zum Ring wird, meist rechtwinklig angelegt. Punktfundamente und Streifenfundamente können sich im Verbund beim selben Projekt finden, wo wegen einer vorgesehenen zentrierten Belastungsstelle das Streifenfundament nicht mehr ausreicht und darum erweitert werden soll. Der Stahlbeton in Verwendung entspricht gewöhnlich Betonfestigkeitsklasse C20/25 bis C25/30. Letzterer besitzt eine Druckfestigkeit von 25 Newton pro mm2 eines Zylinders und 5 N/mm2 mehr auf die Fläche eines Würfels.

Plattenfundament und Wannengründung

Wenn eine ganze Grundfläche mit einem Fundament abgedeckt wird, spricht man vom Plattenfundament. Das Streifenfundament kann zwar auch im Verbund mit Platten errichtet werden, diese besitzen dann aber keine tragende Funktion. Beim eigentlichen Plattenfundament ist die Bodenplatte tragend und verteilt das Gewicht ihrer Aufbauten auf ihre ganze Fläche. Es ist empfehlenswert, wenn das Gebäude auf mehreren Bodenarten zum liegen kommt, wo sich das Gewicht mehr verteilen soll, statt konzentriert über einem Streifenfundament aufzulasten. Um das Plattenfundament kann eine Frostschürze gelegt werden, um eine Unterfrierung zu vermeiden. Wird reihum der Boden, in einem Stück gegossen, noch weiter mitsamt seinen Wänden eingebracht, erhalten wir eine Wannengründung. Hier sind also Bodenplatte und Wände ein einziges erstarrtes Gebilde aus Beton. Das ist die erste Wahl, wenn das Bauwerk mit diesem Untergeschoss im (Grund)Wasser liegt und darum abgedichtet werden soll. Es spricht nichts dagegen, auch innerhalb einer Wanne punktuell ein integriertes Punktfundament vorzusehen, wo eben besonders hoher Druck von oben abgeleitet werden sollen, etwa unter einem langen Schornstein, dessen volle Länge hier auflastet und entsprechend aufgenommen werden muss. Jedes Fundament wird seinem Wesen und seiner Dimensionen nach von einem Statiker berechnet und entsprechend den errechneten Belastungen angepasst. Da Fundamente komplett unsichtbar sein werden nach Bauende, spielt das Ästhetische hier für einen Architekten keine Rolle.

Bewehrung und Schalung

Die Baustähle, die für die Bewehrung eingesetzt werden, sind Normierungen unterworfen. Sie bieten einen der seltenen Fälle, wo Oberflächenrost am Metall sogar willkommen ist, weil es die Haftung am Ortbeton heraufsetzt. Für kleine Projekte wie Punktfundamente für einen Zaun mag es genügen, Fertigzement einzusetzen, der nur noch mit Wasser verrührt werden muss und dann sofort einsatzbereit ist. Für größere Betonmengen wird das Gemisch selbst aus Zement, Sand und Wasser in der Betonmischmaschine hergestellt. Solche Mengen, die für ein Plattenfundament und dann später noch für Zwischendecken und weiteres gebraucht werden, bezieht man am professionellen Bau von speziellen Dienstleistern mit Betonmischern, die mit Betonpumpe die Baustelle anfahren und das Material in zähflüssiger Form aus ihrem Fahrzeugsilo in die Schalung einfüllen. Auf die Art ist ein flächiges Fundament zügig hergestellt. Der flüssig angelieferte Beton aus dem Betonwerk unterliegt dann auch keinen Mischfehlern, mag auch Betonzusatzmittel enthalten, die die Eigenschaften des Transportbetons in einer gewünschten Weise beeinflussen, und ist klar spezifiziert. Zum Verdichten werden Stampfer verschiedener Größe eingesetzt; oder Rüttelflaschen, die in die Masse eingeführt werden und von innen wirken. Was natürlich ebenfalls in ausreichender Menge auf der Baustelle gebraucht wird, sind Hölzer für den Bau von Schalungen und Abstützungen. Holz ist vor allem dort zu bevorzugen, wo es darum geht, eine “verlorene“ Schalung aus entbehrlichem, kostengünstigem Material herzustellen, die also nicht wiederverwendet werden kann. Ansonsten gibt es auch Schalungssysteme, die einem neuen Einsatz zugeführt werden können.

 

veröffentlicht im Dezember 2020 von

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