Holzfenster streichen – Lasur oder Lack?

Holzfenster streichen – Lasur oder Lack?

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Holzfenster streichen – Lasur oder Lack?

Lasur und Lack schützen die Holzfenster nicht nur vor Feuchtigkeit und Schimmel. Mit der richtigen Pflege und dem passenden Anstrich schützen Sie die Fenster gleichzeitig auch vor Insekten, Larven und Holzwürmern.

Jedoch der Lack oder die Lasur, die den Holzrahmen um ein Fenster schützen, halten nicht ewig. Witterungseinflüsse wie Sonnenlicht und Feuchtigkeit beeinträchtigen den Anstrich im Laufe der Zeit und der Fensterrahmen muss neu gestrichen werden, um Beschädigungen zu vermeiden. Wenn der alte Anstrich rissig ist oder sogar abblättert, ist es höchste Zeit den Schutz zu erneuern. 

Die richtige Vorbereitung und die Wahl des geeigneten Anstrichs sind entscheidend, um dauerhafte Ergebnisse zu erzielen. Eine sorgfältige Nachbearbeitung von Holzfensterrahmen kann viele Probleme vermeiden. Stellen Sie sicher, dass der Fensterrahmen intakt ist und die Verglasung nicht ersetzt werden muss. Dann schützt die Verwendung des richtigen Lack-Typs das Holz.

Was ist der Unterschied zwischen Lack und Lasur?

Lasur und Lack sind zwei der beliebtesten Klarlacke für das Streichen von Holzfenstern, aber es handelt sich um unterschiedliche Materialien. Beide wurden ursprünglich aus natürlichen Inhaltsstoffen entwickelt und weisen eine lange Geschichte auf. 

Die schützenden und kosmetischen Eigenschaften der beiden Oberflächenmaterialien unterscheiden sich vor allem durch ihr Aussehen. Der eindeutigste Unterschied zwischen den beiden Materialien ist der deckende oder durchscheinende Farbton. 

Wie der Name Lack bereits sagt, handelt es sich hierbei um eine Lackierung oder einen Decklack. Er ist sehr langlebig, weil er einen höheren Feststoffanteil enthält. Feststoffe sind hinzugefügte Füllstoffe und Pigmente, welche zu einem deckenden Farbton führen. Lack eignet sich perfekt für Außenprojekte und für Rohholz, wie zum Beispiel für Außentüren, Holzverkleidungen und Fensterrahmen. Neben dem Schutz des Holzes bietet der Holzlack auch natürlichen Schutz vor ultraviolettem Licht. Lack wird häufig bevorzugt, wenn sich die zu lackierenden Gegenständen in der Nähe oder auf dem Wasser befinden, wie beispielsweise bei einem Holzboot, Terrassendecks oder Liegestühlen. 

Der Lack sollte mit einem Naturborstenpinsel auftragen werden, mit langen und gleichmäßigen Strichen. Um glatte, saubere und lange Striche zu erzielen, sollte ein optimaler Untergrund für die Fensterflügel vorhanden sein. Das kann zum Beispiel ein Werktisch oder zwei Böcke sein. Stellen Sie sicher, dass das Arbeitsfeld sauber ist und, dass das Fenster, ohne zu wackeln waagerecht auf der Arbeitsfläche liegt. Nun können Sie mit der Vorbereitung, die wir etwas später beschreiben, mit dem Streichen beginnen.

Lasur ist ein Naturprodukt, dass nach dem Trocknen und Aushärten die natürliche Maserung des Holzes betont. Zusätzlich zum Hinzufügen einer Schutzschicht kann die Lasur einem Fensterrahmen auch eine warme natürliche Bernsteinfarbe verleihen. Tragen Sie die Holzlasur mit einem Naturborstenpinsel oder einem Baumwolltuch auf. Wichtig ist, dass Sie die Lasur dünn und gleichmäßig in Faserrichtung des Holzes auftragen. Lassen Sie die Lasur völlig trocknen bevor Sie die zweite und dritte Schicht Lasur auftragen. 

Ein anderer Unterschied zwischen Lack und Lasur besteht darin, dass der Lack beim Trocknen aushärtet und unempfindlich gegen Lösungsmittel macht. Lasur löst sich dagegen leicht auf, wenn sie mit Alkohol oder Lackverdünner in Kontakt kommt. 

Eine Lackbeschichtung ist typischerweise schwerer als eine Lasurbeschichtung und normalerweise müssen nur eine oder zwei Schichten aufgetragen werden. Der Holzlack hält bis zu fünf Jahre. Um den gewünschten Schutz mit einer Lasurbeschichtung zu erzielen, muss diese in mehreren Schichten aufgetragen werden. Es ist empfehlenswert eine Lasur alle zwei Jahre zu erneuern.

Falls Sie sich für einen Lack entscheiden, beachten Sie bitte, dass dieser wasserdampfdurchlässig ist. Die Wasserdampfdurchlässigkeit verhindert, dass sich unerwünschte Feuchtigkeit im Fensterrahmen anstauen kann. Wenn der Holzrahmen nicht atmen kann, beginnt das Holz darunter zu faulen. Für die Außenseite eines Holzfensters empfehlen wir Kunstharzlacke. Diese sind atmungsaktiv und sehr widerstandsfähig gegen Wettereinflüsse.

So streichen Sie Holzfenster richtig:

Das Streichen von Holzfensterrahmen verändert das Erscheinungsbild Ihres Hauses von innen und außen und ist viel billiger als die Investition in neue Fenster. Es gibt jedoch eine bewährte Technik, Fenster zu streichen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Egal für welches Produkt Sie sich entschieden haben, muss ein Fensterrahmen vorbereitet werden, bevor Sie ihn streichen können.

Hier eine Liste der benötigten Materialien:

• Werktisch oder Böcke
• Abdeckungen
• Schleifpapier
• Kreppband
• Grundierung
• Lack oder Lasur
• Naturborstenpinsel

Vor Beginn der Arbeiten überprüfen Sie die Innen- und Außenseite des Fensterrahmens auf Risse, poröse Dichtungen oder auf andere Beschädigungen, durch die Feuchtigkeit nach innen eindringen könnte. Nehmen Sie die erforderlichen Reparaturen vor, um Schäden an den neu nachgearbeiteten Holzrahmen zu vermeiden. Wir empfehlen die Fensterflügel auszubauen, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern.

Der nächste Schritt ist, das Holz leicht anzuschleifen, wenn es in gutem Zustand ist. Alternativ können Sie es auch komplett abschleifen, wenn die Risse im Anstrich zu tief sind und sich ablösen. Wischen Sie den Rahmen mit einem feuchten Schwamm sauber. Verwenden Sie nur Wasser und keine Seife.

Kleben Sie ein Kreppband entlang der Kanten zwischen Glas und Rahmen, um eine saubere Linie zu gewährleisten. Wenn Sie besonders vorsichtig sein möchten, können Sie auch eine Zeitung auf das Fensterglas kleben, um auch dieses abzudecken. 

Sollen auch die Dichtungen, die Kitt-Schicht, zwischen dem Glas und den Rahmen erneut werden, müssen die alten zuerst komplett entfernt werden. Dazu ist es am besten einen Spatel oder Stecheisen zu verwenden. Tipp: Das Verkitten sollte nach der Grundierung, aber vor dem neuen Anstrich erledigt werden. 

Der Anstrich:

Jetzt ist es Zeit eine Grundierung aufzutragen, wenn gewünscht. Lassen Sie diese komplett trocknen. Danach sollte der Rahmen mit feinkörnigem Schleifpapier angeraut werden. Das verbessert die Haftung des Lacks oder der Lasur am Holzrahmen.

Danach tragen Sie nun mindestens zwei dünne Anstriche, entweder Lack oder Lasur, mit einem hochwertigen Naturborstenpinsel auf. Sobald die erste Schicht getrocknet ist, tragen Sie die zweite auf. Es ist sicherer, zwei dünne Anstriche aufzutragen als einen dicken Anstrich, der tropft und den Anstrich ruiniert. Achten Sie darauf, den Lack oder die Lasur in Faserrichtung des Holzes und in langen, gleichmäßigen Strichen aufzutragen. Auch hier wird empfohlen einen leichten Zwischenschliff zwischen den zwei Anstrichen vorzunehmen. Anschließend entfernen Sie das Kreppband und lassen die Farbe trocknen.

Tipp:

Streichen Sie gleichmäßig in eine Richtung, genau wie die Holzmaserung. Dadurch erzielen Sie ein schönes, gleichmäßiges Ergebnis. Nachdem der Anstrich getrocknet und das Fensterglas gereinigt ist, können Sie die Fensterflügel wieder einbauen. 

Extra Tipp: Vergessen Sie nicht, Ihre angefangenen Lackdosen aufzuheben. Kennzeichnen Sie mit einem dauerhaften Marker den Inhalt der Dose. Lacke halten länger in vollen Behältern, in denen sie weniger Kontakt mit Luft haben. Wenn Sie also nur noch ein wenig Lack übrig haben, ist es sinnvoller ihn in einen kleineren Behälter umzufüllen. Wischen Sie vor dem Schließen der Dose oder eines Behälters alle Reste vom Rand ab. Dadurch können Sie sie bei Bedarf leichter öffnen, aber auch weniger Luft kann hineingelangen. Lagern Sie die Reste in einem kühlen, trocknen und dunkeln Raum. Richtig gelagerte Dosen können bis zu 5 Jahre halten.

Fazit:

Holzfenster mit einem Neuanstrich zu versehen ist keine leichte Aufgabe, aber zum Glück können Sie das problemlos selbst ausführen. Abblätternde, rissige Farbe ist unansehnlich und lässt Ihre Fenster anfällig für Beschädigungen werden und verringert die allgemeine Attraktivität. Aber wenn es richtig gemacht ist, können Sie sich viele Jahre an Ihrem “neuen’ Fensterrahmen erfreuen, ohne den Vorgang wiederholen zu müssen.