Wenn’s kribbelt und krabbelt – Ungeziefer in Haus oder Wohnung

Wenn’s kribbelt und krabbelt – Ungeziefer in Haus oder Wohnung

Assel auf Wand

Wenn’s kribbelt und krabbelt – Ungeziefer in Haus oder Wohnung

Trotz aller Naturverbundenheit sind bestimmte Spezies in der Wohnung höchst ungern gesehen: Ungeziefer und Schädlinge. Liegt ein Befall vor, müssen Mieter und Vermieter schnell handeln, sonst droht eine Ausweitung der Plage. Zum Teil entstehen enorme Schäden an der Bausubstanz oder es drohen gesundheitliche Schäden für die Bewohner. Wer zahlt bei Schädlingsbekämpfung und was gilt es, noch zu beachten?

Das sieht das Mietrecht bei Ungeziefer vor

§ 535 BGB schreibt vor, dass der Vermieter die Mietsache in einen vertragsgemäßen Zustand an den Mieter übergibt. Daraus entsteht dem Vermieter auch die Pflicht, einen Mieter über auf einen hartnäckigen Ungezieferbefall aufzuklären. Das gilt sogar dann, wenn der Vermieter die Schädlingsbekämpfung veranlasst hat. Der Mieter ist in allen Fällen dazu verpflichtet, auftretenden Schädlingsbefall zu melden und sich so an der frühzeitigen Beseitigung aktiv zu beteiligen. Dem Vermieter fällt zunächst die Verantwortung zur Schädlingsbekämpfung samt Kosten zu.

Wenn der Mieter die Ursache verschuldet

Wer den Schädlingsbefall der Mietwohnung ignoriert oder aus Scham verschweigt, riskiert Forderungen auf Schadensersatz. Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass im Streitfall der Vermieter in einem Gutachten nachweist, dass der Schädlingsbefall keine Folge baulicher Mängel ist. (LG Hamburg, AZ: 307 S 17/00). Das Amtsgericht Bremen räumt im Gegenzug dem Mieter das Recht ein, in Eigeninitiative einen Fachbetrieb zur Schädlingsbekämpfung zu beauftragen, wenn der Vermieter nach angemessener Frist nicht reagiert (AG Bremen, AZ: 25 C 0118/01, 25 C 118/01).

Um diese Schädlingsgruppen geht es

Marode Bausubstanz, Mauerwerk mit Ritzen und undichte Fenster heißen die Eintrittspforten für unerwünschte Lebewesen. Sind Schädlinge erst einmal im Haus, verstärken unsachgemäße Aufbewahrung von Lebensmitteln oder unzureichende Lüftung in Schränken das Problem. Sogar in der Bausubstanz können sich Schädlinge einnisten. Auf Schädlingsbefall müssen Mieter und Vermieter umgehend reagieren, um einer Ausweitung des Problems entgegenzuwirken. Typischerweise treten diese Schädlinge auf:

• Vorratsschädlinge, zu denen Kleinsäuger wie Ratten und Mäuse zählen
• Materialschädlinge wie Kleidermotten oder Holzwürmer
• Hygieneschädlinge wie Flöhe, Bettwanzen oder blutsaugende Insekten

Im Einzelfall sind es Wildtiere wie Marder oder Wespen, die ihr Nest errichten. Besteht akute Gefahr für den Mieter, kann er die Schädlingsbekämpfung selbst initiieren.

Wer trägt die Kosten der Beseitigung?

Bei Einzelfallmaßnahmen wie der Beseitigung eines Wespennestes sind die Kosten nicht auf die Mieter umzulegen. Anders Präventivmaßnahmen, wie die Aufwendungen für Schädlingsbeseitigung auf gemeinschaftlich genutzten Flächen. Die zählen zu den Betriebskosten, die alle Mieter tragen. Eine Übernahme der Kosten kann jedoch von Gewerbe wie Zoogeschäfte oder Schlachtereien verlangt werden, wenn von dort besondere Risiken für gemischt genutzte Flächen ausgehen.

Substanzschaden und Haftung

Kommt es an der Immobilie zu Schäden, entstehen zusätzlich Kosten zu deren Beseitigung. Kann der Vermieter eindeutig beweisen, dass der Mieter Verursacher des Ungezieferbefalls und der daraus resultierenden Folgekosten ist, kann er Ersatz verlangen. Grundsätzlich kann der Vermieter die Kosten der Beseitigung nur dann an den Mieter weitergeben, wenn dessen Schuld eindeutig erkennbar ist. Im Zweifelsfall entscheiden Gerichte für den Mieter.

 

Veröffentlicht am 25.08.2020 von

FALC Immobilien – Regionalbüro Königswinter. Wir sind Ihre Immobilienmakler für Königswinter, Bad Honnef und Umgebung.